Halbjahresbericht zum 31. März 2005 für das Geschäftsjahr 2004/2005

Sehr geehrte Aktionäre,

mit diesem Halbjahresbericht informieren wir Sie über die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2004/2005 (Oktober 2004 bis März 2005).

MARKT UND UMSATZ

Die Entwicklung im Wintertourismus ist nach wie vor stabil. Der Skiurlaub ist trotz unsicherer konjunktureller Entwicklung weiterhin beliebt. Die Entwicklung des Skitourismus in der Wintersaison 2004/2005 hat dies erneut bestätigt. Die Skigebiete haben erneut überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt. Aufgrund der in vielen Regionen erst im Januar guten Schneelage sind die Spitzenwerte des Vorwinters allerdings häufig nicht erreicht worden.

Das Marktvolumen für Pistenfahrzeuge ist im Winter 2004/2005 nochmals gestiegen. In Europa haben die guten Schneebedingungen der letzten Winter die Investitionsbereitschaft der Skigebiets-gesellschaften erhöht. Durch die im Winter 2003/2004 auch in niederen Lagen guten Schneeverhältnisse haben Kommunen verstärkt Fahrzeuge zur Loipenpflege angeschafft. Unterstützt wurden die Investitionsentscheidungen in einzelnen Ländern durch bis Ende 2004 laufenden staatliche Förderprogramme. In Nordamerika hatten die Skigebietsbetreiber ebenfalls eine erfolgreiche Saison 2003/2004. Somit liegt 2004/2005 auch dort das Marktvolumen über dem des Vorjahres.

Die Kässbohrer Geländefahrzeug AG hat in diesem positiven Umfeld ihre weltweit führende Stellung bei einem Marktanteil von über 50 % klar behauptet.

Den anhaltenden Absatzerfolg haben die im Markt etablierten hochwertigen Fahrzeuge, der PistenBully 300 Polar und die Windenfahrzeuge, ermöglicht. Die Fahrzeuge haben unsere Kunden trotz intensivem Preiswettbewerb durch ihre Zuverlässigkeit, die geringen Serviceaufwendungen und ihre Wirtschaftlichkeit überzeugt. Darüber hinaus konnten wir die Marktchancen im Bereich der Loipen-präparierung nutzen und die Anzahl an verkauften PistenBully 100 klar steigern. Allerdings mussten hier in einzelnen Ländern gegen regional agierende Anbieter Marktanteilsverluste hingenommen werden.

Der Absatz des kleinen Utility-Fahrzeugs PistenBully Canyon - ein Service- und Nutzfahrzeug für unweg-sames Gelände und zur Pflege von Loipen - konnte gegenüber dem Vorjahr zwar gesteigert werden, liegt aber unter unseren Erwartungen.

Aufgrund des positiven Investitionsklimas und der Investitionsförderprogramme konnten die Absatz-zahlen gesteigert und Aufträge der Kunden früher verzeichnet werden. Deshalb hat die Kässbohrer Geländefahrzeug AG den Konzernumsatz von Oktober 2004 bis März 2005 gegenüber dem Vorjahr (125,8 Mio. Euro) nochmals gesteigert auf 138,2 Mio. Euro. Damit wurden auch unsere Planungen übertroffen.

Der Umsatzanstieg bei PistenBully resultiert neben der Steigerung der Neufahrzeugverkäufe auch aus einem besseren Gebrauchtfahrzeuggeschäft. Die Anstrengungen der letzten Jahre zur Verbesserung der Vermarktung gebrauchter Fahrzeuge haben sich ausgezahlt. In Osteuropa, in den Zentralalpen und den Mittelgebirgsregionen sind mit gebrauchten PistenBully erhebliche Absatzsteigerungen erreicht worden. Die fahrzeugtechnischen Wettbewerbs-vorteile, die Zuverlässigkeit und Wertstabilität unserer Fahrzeuge sind die entscheidenden Argumente für einen gebrauchten PistenBully.

Der Umsatz bei Strandreinigern bleibt per Ende März hinter den Erwartungen. Mit 0,6 Mio. Euro liegen wir unter Vorjahr (1,0 Mio. Euro). Für das Sommerhalbjahr 2005 werden mit dem neuen BeachTech 2800 Umsatzsteigerungen erwartet. Das Fahrzeug mit verbessertem Preis-Leistungs-Verhältnis wurde im Frühjahr 2005 im Markt vorgestellt. Für das Gesamtjahr wird ein Umsatz von etwa 3 Mio. Euro erwartet. Dies entspricht dem Niveau des Geschäftsjahres 2003/2004. Die Geschäftsentwicklung bei Strandreinigern kann trotz stabiler Marktanteile nicht zufrieden stellen. Sie wird in diesem Jahr beeinträchtigt durch die Haushaltsengpässe der Kommunen. In Spanien, dem größten Markt für Strandreinigungsfahrzeuge, wurden Einkaufsdachverbände aufgelöst. Somit liegen die Einkaufsaktivitäten wieder bei den einzelnen Kommunen, die erfahrungsgemäß für Investitionen längere Entscheidungsprozesse benötigen.

ERTRAGSLAGE

Der höhere Umsatz im ersten Halbjahr hat zu einer Steigerung des Rohertrags von 51,6 auf 56,5 Mio. Euro geführt. Der Rohertragssatz (bezogen auf den Konzernumsatz) liegt mit 40,9 % auf dem Vorjahres-wert. Die Entwicklung der Währungsrelation zum US-Dollar hat den Rohertrag belastet.

Der Personalaufwand ist durch die Tariferhöhung, die höhere Mitarbeiterzahl und eine erhöhte Zuführung zur Rückstellung für den ERA-Anpassungsfonds (Entgeltrahmen-Tarifvertrag) angestiegen. Der Personalaufbau wurde innerhalb der ausländischen Vertriebs- und Serviceorganisation vorgenommen. Durch nochmalige Steigerung der Effizienz in der Fahrzeugmontage und Logistik konnte die höhere Ausbringung bei zum Vorjahr vergleichbarer Mitarbeiterzahl realisiert werden.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind mit 10,8 Mio. Euro nur knapp über dem Vorjahreswert von 10,5 Mio. Euro ausgewiesen. Gegenüber dem Vorjahr sind vor allem die umsatzproportionalen Kostenbestandteile wie Frachten, Vertriebskosten und Provisionen angestiegen. Darüber hinaus entstanden Aufwendungen in Höhe von 0,3 Mio. Euro im Zusammenhang mit Veränderungen in der Händlerstruktur bei PistenBully und BeachTech.

Das Zinsergebnis hat sich von -0,5 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2003/2004 auf -0,2 Mio. Euro verbessert. Die zur Vorfinanzierung der Produktion erforderlichen Betriebsmittel konnten aufgrund des in der laufenden Geschäftstätigkeit erzielten Cash Flows nochmals deutlich reduziert werden.

Der Aufwand für Ertragsteuern ist wegen des höheren Vorsteuerergebnisses angestiegen. Die Ertragsteuerquote hat sich durch die Reduzierung des Körperschaftsteuersatzes in Österreich leicht verringert.

Der im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2004/2005 höhere Konzernumsatz hat für diesen Zeitraum eine Steigerung des Konzern-Jahres-überschusses von 16,9 Mio. Euro im Vorjahr auf 19,6 Mio. Euro ermöglicht. Das konnte trotz des schwachen US-Dollars erreicht werden.

AUSBLICK

Die Skigebietsgesellschaften haben im Winter 2004/2005 - wie in den beiden Vorjahren - trotz spät einsetzender Schneefälle gute Ergebnisse erzielt.

Wegen des sehr guten Vorwinters wurden Kaufentscheidungen in dieser Saison früher getroffen als im Vorjahr. Unterstützt wurde dies in einzelnen Ländern durch Investitionsförderprogramme. Somit konnte der Umsatz im ersten Geschäftshalbjahr gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum nochmals gesteigert werden. Für das Sommerhalbjahr wird gegenüber dem Geschäftsjahr 2003/2004 dann allerdings eine geringere Umsatztätigkeit erwartet.

Aufgrund des gestiegenen Marktvolumens bei Pistenfahrzeugen im letzten Winter wird der Konzernumsatz 2004/2005 leicht über dem Rekordwert des Vorjahres (154,4 Mio. Euro) liegen. Wegen der saisonal bedingt geringen Umsatztätigkeit im zweiten Geschäftshalbjahr ist der Ergebnisbeitrag dieses Zeitraums stets negativ. Der Vorstand erwartet aus heutiger Sicht für das Geschäftsjahr 2004/2005 einen Konzern-Jahresüberschuss etwa auf dem Vorjahreswert (10 Mio. Euro). Das Konzernergebnis kann noch beeinflusst werden durch die Entwicklung der Wechselkursrelationen zum US-Dollar und Schweizer Franken sowie die im Sommer erreichbaren Ersatzteilumsätze.

KÄSSBOHRER GELÄNDEFAHRZEUG AG

Der Vorstand


Gewinn- und Verlustrechnung der Kässbohrer Gruppe

(in TEUR) 1.10.2004-31.03.2005 1.10.2003-31.03.2004
Umsatzerlöse 138.157 125.842
Bestandsveränderung -20.419 -14.048
Gesamtleistung 117.738 111.794
Materialaufwand -61.208 -60.229
Rohertrag 56.530 51.565
Sonstige betriebliche Erträge 526 837
Personalaufwand -14.350 -13.455
Abschreibungen -1.406 -1.310
Sonstige betriebliche Aufwendungen -10.785 -10.508
Finanzergebnis -239 -521
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 30.276 26.608
Ertragsteuern -10.645 -9.660
Konzernergebnis 19.631 16.948
Anteile Dritter am Konzernergebnis 0 -6
Konzernergebnis nach Anteilen Dritter 19.631 16.942
Konzernergebnis je Aktie 3,93 3,39
Mitarbeiter per 31. März 432 427