Halbjahresbericht zum 31. März 2004 für das Geschäftsjahr 2003/2004
Sehr geehrte Aktionäre,
mit dem vorliegenden Halbjahresbericht informieren wir Sie über die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2003/2004 (Oktober 2003 bis März 2004).
MARKT UND UMSATZ
Der Markt für Pistenfahrzeuge hat sich im Winter 2003/2004 gegenüber den beiden Vorjahren positiv dargestellt. Der Vorwinter konnte in Europa nach guten Schneeverhältnissen und bestem Wetter in der späten Saison von den Skigebietsgesellschaften mit guten Ergebnissen abgeschlossen werden. Auch in den nordamerikanischen Skigebieten wurden überdurchschnittliche Resultate erzielt. Damit hat sich gezeigt, dass der Wintertourismus von der Entwicklung der weltpolitischen Ereignisse und der nachteiligen konjunkturellen Entwicklung nur unterproportional betroffen ist. Im Gegenteil, der Aktivurlaub in den Bergen wird - sofern die Witterungsbedingungen gut sind - von dem geänderten Reiseverhalten eher positiv beeinflusst .
Aufgrund dieser Erfahrungen unserer Kunden, der Skigebietsbetreiber, hat sich die Nachfrage nach Pistenfahrzeugen für die Saison 2003/2004 gegenüber dem Vorjahr deutlich belebt und frühere Kaufentscheidungen bewirkt. Wir gehen für unser Geschäftsjahr 2003/2004 von einem Anstieg des Weltmarktvolumens im Neufahrzeuggeschäft von fast 20% aus.
Wir konnten in dem positiven Umfeld unseren weltweiten Marktanteil von über 50 % nochmals steigern. Das wurde möglich durch die im April 2003 eingeleitete Intensivierung der Vertriebsaktivitäten zur konsequenten Darstellung der Vorteilhaftigkeit der Produkte und der Leistungsfähigkeit der Organisation. Dies wurde unterstützt durch die parallel vorangetriebene Weiterentwicklung der Fahrzeuge und die rechtzeitig für den Winter 2003/2004 abgeschlossenen Wertsteigerungen und Funktionsverbesserungen. Die Verkäufe der Saison 2003/2004 zeigen den Erfolg der eingeleiteten Maßnahmen.
Den Absatzerfolg haben insbesondere die im Vorjahr im Markt eingeführten hochwertigen Fahrzeuge, der PistenBully 300 Polar und die Windenfahrzeuge, ermöglicht. Sie zeigen die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit unserer Produkte im Einsatz. Mit der von Kässbohrer-Produkten gewohnten Zuverlässigkeit haben diese Fahrzeuge unsere Kunden nach der letztjährigen Markteinführung klar überzeugt und in diesem Jahr eine deutliche Absatzsteigerung bei PistenBully ermöglicht.
Dagegen konnten die Absatzziele aus der Entwicklung des kleinen Utility-Fahrzeugs PistenBully Canyon - einsetzbar als Service- und Nutzfahrzeug im unwegsamen Gelände oder zur Pflege von Loipen - nicht erreicht werden.
Die Kässbohrer Geländefahrzeug AG hat von der positiven Entwicklung des Marktes profitiert. Darüber hinaus konnte die marktführende Stellung durch die Maßnahmen zur weiteren Optimierung der Produkte und die erfolgreichen Anstrengungen der Vertriebsorganisation ausgebaut werden. Der Konzernumsatz ist deshalb im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2003/2004 auf 125,8 Mio. Euro (Vorjahr: 97,3 Mio. Euro) gesteigert worden. Damit haben wir unsere Planungen deutlich übertroffen.
Neben dem Erfolg im Neufahrzeuggeschäft bei PistenBully haben zu der Umsatzsteigerung auch das Gebrauchtfahrzeug-, das Ersatzteil- und das Servicegeschäft beigetragen. Lediglich die Umsätze aus Fahrzeugvermietungen waren leicht rückläufig. Diese erreichten im Vorjahr aufgrund der Unsicherheiten im Markt ein außerordentlich hohes Niveau. In diesem Jahr wurden nach der im letzten Winter guten Entwicklung des Skigeschäfts anstelle von Fahrzeuganmietungen wieder verstärkt Neuanschaffungen getätigt.
Der Bereich BeachTech ist nach dem sehr guten Vorjahr hinter den Erwartungen zurückge-blieben. Die Umsätze lagen im Konzern mit 1,0 Mio. Euro deutlich unter 2002/2003 (2,1 Mio. Euro). Der auch im langjährigen Vergleich hohe Umsatz konnte im letzten Jahr durch die Verkäufe zur Reinigung der ölverschmutzten Strände in Frankreich und Spanien nach dem Tankerunglück der Prestige erreicht werden.
Die Entwicklung kann trotzdem nicht zufrieden stellen. Deshalb wurden die Vertriebsaktivitäten insbesondere in Nordamerika und Australien verstärkt.
ERTRAGSLAGE
Der Rohertrag ist mit 51,6 Mio. Euro deutlich über dem Wert des Vorjahres (42,2 Mio. Euro) ausgewiesen. Der Rohertragssatz liegt trotz des nachteiligen Einflusses der Entwicklung der Wechselkurse des Euro zum US-Dollar und Schweizer Franken mit 46,1% nur unwesentlich unter der Vorjahresmarge von 46,5%.
Der Personalaufwand ist durch die Verringerung Mitarbeiterzahl im Zusammenhang mit den im April 2003 eingeleiteten Restrukturierungsmaß-nahmenvermindert worden. Positiv ausgewirkt hat sich auch die gestiegene Effizienz im zweiten Jahr am neuen Standort Laupheim. Dazu hat auch die in diesem Jahr nochmals verbesserte Produktionsplanung beigetragen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind mit 10,5 Mio. Euro auf dem Vorjahreswert ausgewiesen. Die höheren umsatzpro-portionalen Aufwendungen konnten dabei durch Einsparungen im administrativen Bereich und bei geringeren Patent- und Lizenzkosten kompensiert werden. Die Rechts- und Beratungskosten liegen aufgrund der Klage der Kreissparkasse Biberach gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung vom 28. März 2003 über dem Vorjahr.
Der Finanzaufwand von 0,5 Mio. Euro ist gegenüber dem Vorjahreswert positiv beeinflusst durch die Rückführung der Mittelbindung aus dem erwirtschafteten Cash Flow.
Die Ertragsteuern haben sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Im letzten Jahr konnten im Ausland letztmals steuerliche Verlustvorträge genutzt werden. Darüber hinaus konnte im Vorjahr nach der Verabschiedung eines Doppelbesteuerungsabkommens eine Steuerrückstellung in Höhe von 0,3 Mio. Euro aufgelöst werden.
Der höhere Konzernumsatz aufgrund der guten Marktentwicklung und die leichte Steigerung der Marktanteile ermöglichten eine Erhöhung des Konzernüberschusses für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2003/2004. Die deutliche Steigerung von im Vorjahr 11,4 Mio. Euro auf 16,9 Mio. Euro wurde trotz des negativen Einflusses der Entwicklung der Wechselkurse zum Schweizer Franken und zum US-Dollar möglich durch die spürbaren positiven Effekte des vom Vorstand im April 2003 eingeleiteten Kosteneinsparungsprogramms. So konnten wesentliche Aufwandsgrößen trotz gesteigerter Geschäftstätigkeit konstant gehalten oder gar gesenkt werden.
SONSTIGES
In der Hauptversammlung vom 4. Februar 2004 wurden die Beschlüsse der Hauptversammlung des Vorjahres zur Wahl des Aufsichtsrates mit auch mehrheitlicher Zustimmung der Kleinaktionäre bestätigt. Die Kreissparkasse Biberach hat wie zur Wahl des Aufsichtsrates im Vorjahr beim Landgericht Ravensburg Klage gegen diese Bestätigungsbeschlüsse eingereicht. Die Klage gegen die Aufsichtsratswahl in der Hauptversammlung in 2003 wurde vom Landgericht Ravensburg erstinstanzlich als unbegründet abgewiesen. Gegen dieses Urteil hat die Kreissparkasse Biberach beim Oberlandesgericht Stuttgart Berufung eingelegt.
Zum 1. Dezember 2003 ist Herr Gebhard Schwarz als Vorstandsvorsitzender in die Kässbohrer Geländefahrzeug AG eingetreten. Er ist für die Bereiche Entwicklung, Vertrieb, Service und Produktion verantwortlich.
AUSBLICK
Die Tourismusbranche ist beeinträchtigt durch weltpolitische Unsicherheiten und die nachteilige konjunkturelle Entwicklung. Der Wintertourismus hat sich bei diesen Rahmenbedingungen jedoch als aus-gesprochen stabil erwiesen. Die Skigebietsgesellschaften haben bei überwiegend guter Schneelage sowohl im Winter 2003/2004 als auch in der Vorsaison überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt.
Saisonbedingt werden im zweiten Geschäfts-halbjahr regelmäßig nur ca. 25% des Jahresumsatzes getätigt. Aufgrund der guten Vorsaison und des überdurchschnittlichen Geschäftsverlaufs der Skigebietsgesellschaften auch im Winter 2003/2004 wurden Kaufentscheidungen in diesem Jahr tendenziell früher getroffen. Dies zeigt der hohe Umsatz im ersten Geschäftshalbjahr. Folglich erwarten wir für das zweite Geschäftshalbjahr gegenüber dem Vorjahr eine geringere Umsatztätigkeit.
Nach der guten Marktentwicklung und der positiven Entwicklung des Unternehmens erwarten wir für das Geschäftsjahr 2003/2004 einen Konzernumsatz von klar über 140 Mio. Euro (2002/2003: 130,2 Mio. Euro). Bei der geringen Umsatztätigkeit im zweiten Geschäftshalbjahr ist der Ergebnisbeitrag dieser 6 Monate regelmäßig negativ. Für das Geschäftsjahr 2003/2004 erwartet das Management aus der heutigen Einschätzung eine Steigerung des Konzernjahresüberschusses auf ca. 7 Mio. Euro (Vorjahr: 4,3 Mio. Euro).
KÄSSBOHRER GELÄNDEFAHRZEUG AG
Der Vorstand
Gewinn- und Verlustrechnung der Kässbohrer Gruppe
| (in TEUR) | 1.10.2003-31.03.2004 | 1.10.2002-31.03.2003 |
| Umsatzerlöse | 125.842 | 97.328 |
| Bestandsveränderung | -14.048 | -6.614 |
| Gesamtleistung | 111.794 | 90.714 |
| Materialaufwand | -60.229 | -48.529 |
| Rohertrag | 51.565 | 42.185 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 837 | 811 |
| Personalaufwand | -13.455 | -14.536 |
| Abschreibungen | -1.310 | -1.419 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -10.508 | -10.535 |
| Finanzergebnis | -521 | -585 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 26.608 | 15.921 |
| Ertragsteuern | -9.660 | -4.515 |
| Konzernergebnis | 16.948 | 11.406 |
| Anteile Dritter am Konzernergebnis | -6 | -5 |
| Konzernergebnis nach Anteilen Dritter | 16.942 | 11.401 |
| Konzernergebnis je Aktie | 3,39 | 2,28 |
| Mitarbeiter per 31. März | 427 | 434 |

