SCR-Technologie

AGR-Technologie

08.09.10

Abgastechnisch fit für die Zukunft.

Kässbohrer-Motoren erfüllen neue Abgasvorschriften!

Pioniergeist und Innovationskraft sind entscheidende Merkmale, um ein Unternehmen auf Wachstumskurs zu halten. Nicht diejenigen, die hinterherlaufen prägen den Markt, sondern die, die nach neuen Wegen suchen. Der langjährige Erfolg von Kässbohrer zeigt, dass die Entwickler der PistenBully verstanden haben, was Kunden und Märkte verlangen: Neben Wirtschaftlichkeit und Funktionalität steht auch der Bedienkomfort im Vordergrund und seit einiger Zeit muss bei der Entwicklung neuer Fahrzeugtechnologien der ökologische Aspekt mit einbezogen werden. Gerade, wenn es um Ökologie geht, übernimmt Kässbohrer eine Vorreiterrolle. Nicht umsonst wurde die Filter-technologie der PistenBully mit dem deutschen Umweltpreis ausgezeichnet. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Fahrzeuge hat darüber hinaus dazu geführt, dass die PistenBully-Flotte bestens für die neuen Abgasvorschriften gerüstet ist, die ab 2011 bzw. 2014 in Europa, USA und Japan in Kraft treten. Mit Blick in die Zukunft testet das Unter-nehmen gerade den dieselelektrischen Antrieb in seinen Fahrzeugen.

Neue Emissionsgrenzen.
Die negativen Auswirkungen der Kraftstoffabgase – insbesondere der hier enthaltenen Stickstoffoxide (NOx) und des Feinstaubs – auf Luftqualität und Gesundheit sind hinlänglich bekannt. Um die negativen Folgen der Luftverschmutzung einzudämmen, hat die EU bereits 1999 ein Gesetz verabschiedet (EU Stufe 1), das im Bezug auf NOx und Feinstaub strenge Emissionsgrenzen für Diesel- und Benzinfahrzeuge festsetzt. Bis 2011 gilt noch die EU Stufe 3A interim und die amerikanische Verordnung EPA Tier 3. Ab 2011 treten die EU Stufe 3B und die EPA Tier 4 in Kraft und 2014 folgt dann die EU Stufe 4 bzw. EPA Tier 4 final. Um diese neuen Abgasvorschriften zu erreichen, setzt Kässbohrer bei seinen Motoren auf zwei Methoden. Die SCR-Technologie bei Mercedes-Benz Motoren, die beispielsweise im PistenBully 600 eingesetzt werden und die AGR-Technologie in Cummins-Motoren, die im PistenBully 400 oder im Formatic 350 immer in Kombination mit Rußpartikelfiltern verbaut werden. Die SCR-Technologie ist in der LKW-Branche seit Jahren Standard und reicht aus, die Richtlinien der EU Stufe 3B zu erreichen. Um die strengen Werte der EU Stufe 4 zu erzielen, müssen die AGR-Technologie und die SCR-Technologie aus heutiger Sicht bei beiden Motortypen kombiniert werden. Darüber hinaus werden dann alle PistenBully Modelle zusätzlich mit Partikelfiltertechnologie ausgestattet.

Ausstattung der PistenBully ab 2011.
Um die Anforderungen der künftigen Abgasverordnungen zu erfüllen, stattet Kässbohrer alle PistenBully stufenweise mit entsprechender Motorentechnologie aus. Das Unternehmen investiert dafür heute in Motoren, um den Bedarf der nächsten Jahre wirtschaftlich bedienen zu können. 2011 wird die Abgasstufe 3A/Tier 3 mit dem Einbau von Bestandmotoren erreicht. Ab 2012 erfolgt die Umrüstung der PistenBully-Baureihen 100, 400, 600 und 600 Polar für den EU-Markt sowie für den US-Markt entsprechend der Norm EU 3B/Tier 4i. Und ab 2014 werden diese Baureihen so modifiziert, dass sie der EU 4/Tier 4 final entsprechen.

Die Zukunft lässt mehr erwarten.
Allein die gesetzlichen Vorgaben zu erreichen, reicht Kässbohrer nicht aus. Man arbeitet schon seit geraumer Zeit an neuen Technologien, die den CO2- Ausstoß der Fahrzeuge verringern können. Auf der Interalpin 2009 stellte Kässbohrer in diesem Zusammenhang eine Studie über den Einsatz eines dieselelektrischen Antriebs für den PistenBully vor. Seither ist viel passiert und die ersten Fahrzeuge mit dieser Technologie sind jetzt in der Erprobungsphase. Ein dieselelektrischer Antrieb führt praktisch sein eigenes Kraftwerk mit sich – einen Generator, der von einem Dieselmotor angetrieben wird. Die so erzeugte elektrische Energie versorgt nicht nur die Fahrmotoren, sondern auch die Elektromotoren für den unmittelbaren Antrieb von Fräse und Winde. Die Vorteile dieser Technologie: Ein geringerer Kraftstoffverbrauch und damit ein niedrigerer CO2-Ausstoß sowie niedrigere Betriebkosten. Zudem wird im Vergleich zu einem hydrostatischen Fahrantrieb mit einer niedrigeren Leistung der gleiche oder sogar ein besserer Wirkungsgrad erzielt. Darüber hinaus wird die Energie bei Talfahrt zurückgespeist und genutzt, um die Schneefräse anzutreiben.

Die Technologien zur Emissionsreduzierung im Detail:
SCR-Technologie
Bei der SCR-Technologie erfolgt die Reduktion der Stickstoffemission in einem nachgeschalteten Keramik- Katalysator – dem SCR-Kat. Für dieses Verfahren ist eine ungiftige und geruchlose Harnstofflösung (AdBlue) erforderlich. Sie wird in den Abgasstrom eingesprüht und bewirkt im Katalysator die Umwandlung der Stickoxide in Wasserdampf und elementaren Stickstoff, einem natürlichem Bestandteil der Luft. Die Nachteile hier sind vor allem der Bedarf einer Abgasanlage aus Edelstahl, um der Korrosion durch den Harnstoff vorzubeugen, eine aufwändige SCR-Peripherie, ein beheizter Harnstoffstank und ein Druckluftanlage zur Eindüsung der Harnstofflösung.

AGR-Technologie
Die AGR-Technologie führt einen Teil der Abgase gekühlt in den Motor zurück, um die Verbrennungstemperatur und damit die Bildung von NOx niedrig zu halten. Zur Einhaltung der Partikelwerte muss allerdings noch ein Partikelfilter eingesetzt werden. Diese Technologie verlangt zwar keine weitere Reduzierungskomponente, dafür muss der Motorbauraum größer sein und ein größerer Partikelfilter eingebaut werden. Des Weiteren sind eine um 30 % höhere Kühlleistung sowie schwefelarme Kraftstoffe erforderlich.